Was die Menschen verwirrt, sind nicht die Dinge, sondern ihre Ansichten über die Dinge.

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Die Wahl-Fahrt der "Feder" ...

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Mittwoch, 12. März 2008

... von Hohenpeißenberg nach Altötting, August 2008

Die Wah-Fahrt der Feder

„Politik aus dem mütterlichen Prinzip“
Die Feder-Mitglieder Monika Herz, Ernst Schäfer und Roland Rottenfußer werden vom 05. bis 15. August den Weg von Hohenpeißenberg über München nach Altötting zu Fuß zurücklegen. Am Feiertag Maria Himmelfahrt werden sie an der Gnadenkapelle in Altötting eintreffen. Eine Statue der Mutter Maria mit Kind wird die Wallfahrer ebenso begleiten wie eine Statue der Tara, der buddhistischen Bodhisattva, eine „Heilige Pfeife“ der Weißen-Büffel-Frau der Indianer und eine islamische Kalligraphie. Mit dieser Aktion wollen sie die symbolische Wiederkehr des Archetyps der Großen Mutter feiern, der vielen Kulturen auf der ganzen Welt heilig ist. Durch die Verdrängung der Muttergottheit ist es zu einer einseitigen Dominanz männlicher Werte wie Logik, Konkurrenz, Härte, Hierarchie, Wachstum, Willenskraft und Kontrolle gekommen. Dies betrifft den Umgang der Menschen miteinander, ebenso wie die „große Politik“ und die Ideologien vieler offizieller Religionen. Die Teilnehmer streben für ihre Aktion öffentliche Lesungen, Freundschaftstreffen mit Vertretern verschiedener Glaubensbekenntnisse und die Verbreitung ihrer Ideen mittels Zeitschriftenartikel an. ...

Die Wahl-Fahrt will also zugleich ein spirituelles Bekenntnis sein und auch politisch ein Zeichen setzen. Auch Maria, die Mutter Jesu, die in unserem Kulturkreis bekannteste Verkörperung der „Großen Mutter“ war keine unpolitische Person: Im Lukasevangelium sagt Maria über Gott: „Er stößt die Gewaltigen vom Thron und erhebt die Niedrigen. Die Hungrigen füllet er mit Gütern und lässt die Reichen leer ausgehn.“ Eine Mutter sucht immer den Ausgleich und, so gut es geht, Gerechtigkeit. Sie würde niemals einem ihrer Kinder im Überfluss zu essen geben und andere Kinder hungern lassen. Alle Kinder sind ihr gleich lieb, unabhängig davon, welche Eigenheiten, Interessen und Weltanschauungen sie im Laufe ihres Aufwachsens entwickeln. Kindern, die einen Fehler begangen haben, begegnet sie mit Milde und Verständnis. Wenn eine Mutter überhaupt jemandem größere Aufmerksamkeit und Fürsorge angedeihen lässt, so ist es das schwächste und hilfsbedüftigste ihrer Kinder.

Die global dominierende Wirtschaftslehre besagt genau das Gegenteil. Sie schikaniert die Schwachen und hofiert die Starken. Es füllt die Reichen mit Gütern und lässt die Armen leer ausgehn. Der große chinesische Weise Laotse rät dem Politiker daher, den Staat „aus dem mütterlichen Prinzip heraus“, zu regieren. Das meint z.B. das Gesetz des Ausgleichs: „Der Weg des Himmels ist wie ein gespannter Bogen: Das Hohe drückt er nieder, das Tiefe hebt er hoch.“ (Laotse) Es meint aber auch Gnade, Bescheidenheit und Vertrauen.

Die Welt braucht nichts dringender als eine Politik „aus dem mütterlichen Prinzip heraus“. Denn eine Mutter

  • schwingt harmonisch mit den Zyklen der Natur. Unnatürliches Wachstum und die Vergewaltigung des Natürlichen sind ihr fremd.
  • versucht einfühlsam zwischen verschiedenen Interessen zu vermitteln, statt einen aufreibenden Wettkampf um größtmögliche Härte, Stärke und Durchsetzung zu inszenieren.
  • verschenkt großzügig und uneigennützig und gesteht jedem Wesen ein uneingeschränktes Recht auf Leben zu.
  • wünscht, dass die überlebenswichtigen Güter wie Boden, Wasser, Luft und Nahrungsmittel nicht wenigen gehören, sondern allen gleichermaßen zur Verfügung stehen.
  • denkt vor allem mit dem Herzen und misst Fantasie und Intuition eine größere Bedeutung zu als Logik, Berechnung und Sachzwang.

Konkrete politische Forderungen, die sich aus einer Politik nach dem weiblichen Archetyp ergeben sind:

  • ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle
  • eine zinsfreie Wirtschaftsordnung, die die ungerechte Umverteilung von arm zu reich stoppt
  • direkte Demokratie und Volksabstimmungen zu allen wichtigen Themen auf Bundesebene
  • eine Bodenreform, die die Ausbeutung der Vielen durch wenige Grundbesitzer eindämmt
  • erneuerbare Energien als langfristige einzige Quellen der Energieversorgung
  • Verständnis, Therapie und Vorbeugung durch soziale Reformen statt immer härtere Strafen
  • Versöhnung zwischen den Religionen und Weltanschauungen und der Verzicht auf Gewaltanwendung und Rache in internationalen Beziehungen

Unsere Pilgerreise von Peißenberg nach Altötting heißt „Wahl-Fahrt“, weil es sich auch um eine politische Reise handelt, die nicht zufällig nahe dem Termin der bayerischen Landtagswahl stattfindet. Es ist auch deshalb eine Wahl-Fahrt, weil diese Pilgerreise die Menschen darauf aufmerksam machen will, dass sie immer die Wahl haben, die Kräfte des Mitgefühls zu wählen oder die Kräfte der Härte, Zusammenhalt oder Konkurrenz, den Erhalt von Privilegien oder gerechte Verteilung an alle Kinder der Mutter Erde. Die tief verwurzelte Liebe der Bayern zur Mutter Maria zeigt, dass diese all das, wofür die Große Mutter steht, noch immer in ihrem Herzen tragen, auch wenn die politischen Entscheidungen oft in eine ganz andere Richtung gehen. Diesen Keim möchten wir erwecken und zu neuer Blüte bringen.