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Liebe Freundinnen und Freunde, Bekannte und Verwandte im weitesten Sinne,
Vom 05. bis 15. August machen wir uns auf den Weg quer durch Oberbayern von Hohenpeissenberg nach Altötting. Wir nennen unsere Reise „Wahl- Fahrt“ in Anlehnung an das Wallfahren unserer Vorfahren, die solche Reisen oft und gern unternommen haben, immer im Vertrauen auf höhere Mächte, die immer dann angerufen werden, wenn Anliegen besonders aussichtslos erscheinen. Unsere Reise heißt auch deshalb „Wahl- Fahrt“, weil wir uns daran erinnern möchten, dass wir selbst es sind, die immer wieder die Wahl haben. Dazu eine kleine Geschichte:
Ein alter Indianer saß mit seinem jugendlichen Freund am Feuer. Nach einer langen Weile des Schweigens sprach er bedächtig: „In meinem Herzen wohnen zwei Wölfe. Der eine ist grausam, gierig, gewalttätig und machtbesessen. Der andere ist sanftmütig und edel, auf das Wohl seines Rudels bedacht und freigiebig. Diese beiden befinden sich im ständigen Kampf miteinander.“ Der Junge fragte: „Und welcher von den beiden wird den Sieg davontragen?“ Der Alte antwortete: „Es kommt darauf an, welchen ich füttere.“
Die erste Wahl, die wir immer und jederzeit haben, hat mit unserem eigenen Verhalten zu tun.
Nicht zufällig findet unsere Reise kurz vor der bayrischen Landtagswahl statt. Eine wichtige Frage bezüglich dieser Art von Wahl lautet, ob wir überhaupt eine Wahl haben? Oder ob die Wahl, die wir hier haben, vergleichbar ist mit der Wahl zwischen Pest und Cholera? Wie würde es denn sein, wenn wir wirklich eine Wahl hätten? Wie würden wir wählen, wenn wir wirklich selbst wählen könnten, ob wir zum Beispiel einverstanden sind mit dem EU-Vertrag, mit dem Waffenhandel, mit den Kriegseinsätzen, mit den Gen-Gesetzen, mit unserem Wirtschaftssystem und mit unserem Sozialsystem? Diese zweite Art von Wahl wird uns bislang verweigert.
Deshalb wird unsere Pilgerreise vom „Mehr-Demokratie-Mobil“ des Landesverbands Bayern begleitet. An den jeweiligen Etappenzielen unserer Reise wird von unserem Kooperations-Partner „Mehr Demokratie e.V.“ an den Marktplätzen ein Infostand eröffnet. Dabei kommt auch unser überdimensionales Grundgesetz zum Einsatz, das unmissverständlich fordert: „Faire Volksentscheide in die Verfassung!“
An unseren Infotischen gibt es auch Informationen zu den wundervollen Lösungsbeiträgen, die engagierte Mitmenschen für uns alle erarbeitet haben. Dazu gehören etwa die zinsfreien Regionalwährungen oder das Bedingungslose Grundeinkommen. Die Abende sind meist reserviert für Vorträge zu diesen Themen.
Unsere Einladung bezieht sich also sowohl darauf, uns während unserer Wanderung zu begleiten, unseren Infostand an den Marktplätzen zu besuchen, als auch zu unseren Veranstaltungen zu kommen.
Jeder von uns hat selbst die Wahl, die Reise zu Fuß, mit dem Fahrrad, etappenweise, sporadisch, an einem Abend oder auch gar nicht zu begleiten. Der Reiseplan befindet sich in der Anlage und wird jeweils auf unserer website www.diefeder.org aktualisiert.
Für uns sind politische Anliegen nicht mehr zu trennen von spirituellen Anschauungen. Deshalb haben wir auch Vertreter verschiedener Religionen eingeladen, unsere Wahlfahrt zu begleiten und zu unterstützen. Obgleich Ausgangsort und Ziel unserer Reise berühmte Marien-Wahlfahrtsorte sind, fühlen wir uns vor allem dem „mütterlichen Aspekt“ verbunden, der sich in allen ethischen Richtlinien finden lässt, unabhängig von Religionszugehörigkeit.
Vielleicht sind wir auch gut beraten, wenn wir darüber nachdenken, ob wir nicht jahrtausendelang einem grammatikalischen Übersetzungsfehler aufgesessen sind, denn vielleicht lautet jener berühmte Vers 28 aus Kapitel 1 der Genesis gar nicht:
„Macht euch die Erde untertan!“
sonder stattdessen
„Macht euch der (großen Mutter) Erde untertan!“
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