“Der denkende Geist ist nur eine Ansammlung von Eindrücken, die seit der Geburt gespeichert wurden. Er ist mit Gedanken beschäftigt, die auf seinem vorherrschenden Konzept basieren.” Nisargadatta Maharaj
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Schamanismus
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Mittwoch, 23. Juli 2008 |
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Seit Urzeiten suchen und fragen Menschen aller Völker nach dem Ursprung ihres Seins, der Natur, der Erde, des Himmels, des Universums. So entstanden die unterschiedlichsten, fantasievollen Schöpfungsgeschichten, die genauer betrachtet erstaunliche Ähnlichkeiten aufweisen. Fast immer sind die Elemente mit im Spiel - und meist wird vor dem Auftreten der Elemente in der Welt eine offene Leere, die Dunkelheit oder das Nichts beschrieben.
von Monika Herz |
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Poesie und Geschichten
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Montag, 5. Mai 2008 |
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Ein mächtiger Samurai beschloss eines Tages, seine spirituelle Bildung zu vertiefen. So machte er sich auf, einen buddhistischen Mönch zu suchen, der als Einsiedler hoch in den Bergen lebte. Als er ihn gefunden hatte, trat er gebieterisch vor ihn hin und forderte er: "Lehre mich, was Himmel und Hölle sind!"
Der alte Mönch sah langsam zu dem Samurai auf, der mächtig über ihm stand, und musterte ihn von Kopf bis Fuß. "Dich lehren?" spottete er. "Du musst sehr dumm sein, wenn du denkst, ich könnte dich etwas lehren. Schau dich an, du bist unrasiert, du stinkst, außerdem ist dein Schwert ganz verrostet!" Der Samurai geriet in große Wut. Sein Gesicht wurde rot vor Zorn. Er zog sein Schwert, um dem lächerlichen aufgeblasenen Zwerg von Mönch, der da vor ihm saß, seinen unverschämten Kopf abzuschlagen. "Das", sagte der Mönch ruhig, "ist die Hölle!"
Der Samurai ließ sein Schwert fallen. Er war verblüfft. Dann überkam ihn die Einsicht in die Wahrheit dieser Worte. Er bereute seinen Stolz und seine Neigung zu Hass und Gewalt und verspürte schließlich eine tiefe Zuneigung zu dem alten Mann. Dass dieser Mensch sein Leben riskiert hatte, um ihm, einem völlig Fremden, die tiefste Weisheit zu lehren, erfüllte sein Herz mit Liebe und Mitgefühl. Tränen der Freude stiegen in seine Augen.
"Und das", sagte der Mönch, "ist der Himmel!" |
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Christentum
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Samstag, 3. Mai 2008 |
Verwandelnde Erfahrungen an den Stätten des Heiligen in Assisi
Man kann reisen, um sich zu zerstreuen, um sich zu vergnügen, oder um Zeit totzuschlagen, die man zuvor eingespart hat. Man kann reisen, um die Sensation zu suchen, das höchste Gebäude, die längste Mauer oder den ultimativen Nightlife-Kick. Und man kann eine Art Bildungsgut-Hopping betreiben, um zu demonstrieren, dass man zu jenen Priviligierten gehört, die selbst »Anspruchsvollem« gewachsen sind. All das ist legitim, aber für eine wachsende Zahl von Reisenden - man könnte sie auch »Tiefen-Touristen« nennen - nicht ausreichend. Wenn man die Stille finden möchte, die Spiritualiät (was letztlich das selbe bedeutet wie »zu sich kommen«), wozu muss man da ferne Länder aufsuchen? Sich selbst hat man doch immer bei sich! Vielleicht, weil es Orte gibt, die anderes sind als andere, deren Energie dichter ist und die einen unverhofft in einen Raum der Stille und der Gottesberührung katapultieren können, wie man ihn sonst nur durch intensives Meditieren erreicht. Assisi, die Geburtsstadt des heiligen Franziskus, ist ein solcher Ort.
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Islam
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Samstag, 3. Mai 2008 |
Ein Beitrag zur Rehabilitierung einer viel geschmähten Religion
Über meiner Wohnzimmertür hängt eine wunderschöne Kalligrafie in arabischer Schrift, reicht verzierte goldene Buchstaben auf schwarzem Grund, eine Art islamischer Haussegen, der die Größe Allahs preist. Mein türkischer Vermieter (und Vormieter) hatte mir den Haussegen überlassen, nachdem meine Lebensgefährtin und ich bei der Unterzeichung des Mietvertrags bei einer Tasse türkischen Kaffees die Schönheit der Schrifttafel gelobt hatten. Einzige Bedingung: Sie müsste in Ehren gehalten werden, dürfte nie unterhalb der Höhe des menschlichen Kopfes aufgehängt werden, da dies der Respekt vor Allah gebiete.
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Islam
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Samstag, 3. Mai 2008 |
Der Sufismus verkörpert die mystische, sinnliche und ekstatische Seite des Islam
„Ich bin ein Sufi. Das ist keine Krankheit, sondern eine Philosophie“, sagte Monsieur Ibrahim und fügte verschmitzt hinzu: „Auch wenn es Philosophien gibt, die eine Krankheit sind“. Der glutäugige Altstar Omar Sharif spielte den weisen Lebensmittelverkäufer und Sufi-Gelehrten Monsieur Ibrahim in Francois Dupeyrons gleichnamigem Film nach einem Roman von Eric Emmanuel-Schmitt. Erzählt wird die Geschichte des halbwüchsigen jüdischen Jungen Moses, der in einer finanziellen Notlage regelmäßig beim „Araber“ (gemeint ist der aus der Osttürkei stammende Ibrahim) Konservendosen stiehlt. Als Ibrahim ihn auf die Diebstähle anspricht, verspricht Moses kleinlaut, dass er den Schaden ersetzen werde. Der Alte aber schmunzelt nur und sagt: „Du bist mir nichts schuldig. Wenn du schon stehlen musst, dann ist es mir lieber, du tust es bei mir.“ Und er packt dem Jungen gleich noch ein paar Lebensmittel mehr in seine Tasche.
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Tibetischer Buddhismus
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Donnerstag, 20. März 2008 |
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Überall in den Gebieten, die vom tibetischen Buddhismus beeinflusst sind, stößt man auf bunte Gebetsfahnen. Der Einsatz von Gebetsfahnen zur religiösen Praxis erscheint uns Westlern eher fremd oder schlicht folkloristisch. Sie sind für die dort lebenden Menschen aber sehr wichtig. Allein durch das Betrachten von Gebetsfahnen wird man daran erinnert, in der buddhistischen Praxis voranzuschreiten. So flattern sie an Tempeln, heiligen Höhlen, an Brücken, Gebirgspässen, an heiligen Quellen, auf Dächern von Häusern - überall, wo sie vom Wind bewegt werden. Auf den Gebetsfahnen sind Gebete und Abbildungen (heilige Zeichen und Symbole) abgedruckt, die dem gesamten Universum und allem Leben Schutz und Segen bringen sollen.
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