“Erfassen Sie, wer der Erfahrende des denkenden Geistes ist. Wenn Sie Ihren Gedanken glauben, werden Sie enttäuscht werden.” Nisargadatta Maharaj
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Samstag, 3. Mai 2008 |
Verwandelnde Erfahrungen an den Stätten des Heiligen in Assisi
Man kann reisen, um sich zu zerstreuen, um sich zu vergnügen, oder um Zeit totzuschlagen, die man zuvor eingespart hat. Man kann reisen, um die Sensation zu suchen, das höchste Gebäude, die längste Mauer oder den ultimativen Nightlife-Kick. Und man kann eine Art Bildungsgut-Hopping betreiben, um zu demonstrieren, dass man zu jenen Priviligierten gehört, die selbst »Anspruchsvollem« gewachsen sind. All das ist legitim, aber für eine wachsende Zahl von Reisenden - man könnte sie auch »Tiefen-Touristen« nennen - nicht ausreichend. Wenn man die Stille finden möchte, die Spiritualiät (was letztlich das selbe bedeutet wie »zu sich kommen«), wozu muss man da ferne Länder aufsuchen? Sich selbst hat man doch immer bei sich! Vielleicht, weil es Orte gibt, die anderes sind als andere, deren Energie dichter ist und die einen unverhofft in einen Raum der Stille und der Gottesberührung katapultieren können, wie man ihn sonst nur durch intensives Meditieren erreicht. Assisi, die Geburtsstadt des heiligen Franziskus, ist ein solcher Ort.
Wir hatten uns viel Zeit genommen für den Besuch der Basilika in Assissi. Welch überwältigendes Meer von Bildern! Die Lebensgeschichte des Heiligen Franz vom ersten Ruf an seine Seele bis zum Empfang der Stigmata und seinem frühen Tod - eingefangen in Werke begnadeter Maler und Bildhauer. Wir hatten einander aus kunsthistorischen Werken vorgelesen und waren unter den freundlichen und warmherzigen Blicken eines Franziskaner-Mönches Arm in Arm durch die beiden übereinander gebauten Kirchen gewandert, Oberkirche und Unterkirche, staunend und ineinander verliebt.
Verliebt auch in diesen Heiligen, der den Vögeln predigte, Wölfe zähmte und Hymnen an die Sonne, den Wind und die Wolken verfasste. Ein Heiliger, der sich in aller Öffentlichkeit auf dem Markplatz nackt auszog und nicht nur das Erbe seines wohlhabenden Vaters ausschlug, sondern diesem auch noch die Kleider zurückgab - zum Zeichen seines vollständigen Rückzuges aus der Welt der materiellen Dinge. Ein Heiliger, der zu seiner Zeit in den Träumen des Papstes erschien und so gegen große Widerstände die Anerkennung seines Ordens erlangte. Ein Heiliger, der sich mit Haut und Haar seinem geliebten Jesus übergab. Ein Heiliger, der die Wunden von Leprakranken pflegte und küsste. Dieser Heilige stellte sich hin und predigte, und von irgendwoher bekamen seine Worte eine solche Kraft, dass diejenigen, die Reichtum im Überfluss besaßen, ihre warmen Umhänge auszogen und sie den Frierenden um die Schultern legten. Oder sie zogen ihre Geldbeutel aus den Taschen und gaben sie den Bettelmännern in die Hände. Und dabei weinten sie, die Reichen wie die Armen, und umarmten einander. Was für ein Heiliger!
Eine Krypta voller Leben
Am Ende unserer kunsthistorischen Anteilnahme am Leben des Heiligen Franz folgten wir einem kleinen, unscheinbaren Schild mit der Aufschrift »Krypta«. Wir stiegen hinab in einen schmucklosen Raum von rohem Stein, kahl und glanzlos, nur von ein paar Kerzen erleuchtet, ein paar Gebetsbänke vor einem schlichten Altar, hinter dessen turmförmigem Aufbau sich die Überreste des Franz von Assissi befinden sollen. Doch welch ein Schatz von unermesslichem Wert ist dort aufbewahrt! Kaum hatten wir die Gruft betreten, fühlten wir uns, als wären wir in eine Anderswelt eingetaucht! Ohne dass wir es erwartet hätten und ohne dass wir etwas tun mussten, war es als würde eine Einweihung stattfinden, eine tiefe Heilung und Reinigung. Als hätte der Heilige Franz eine Säule aus reiner Hingabe vom Himmel herab auf die Erde gebaut. Als würde dieser Franz noch immer zu uns sprechen! Als könnte er nicht aufhören, die Lebewesen zu lieben, immerzu, für immer.
Wir setzten uns in die Gebetsbänke, und es hörte nicht auf: das wunderbare Gefühl von Angekommensein. Ob wir nun aufstanden, um die Krypta zu umrunden, ob wir uns austauschten darüber, wie energiegeladen sich unsere Hände und Füße anfühlten, ob wir einander berührten, ob wir innerlich für unsere Kinder beteten oder versuchten, ganz still zu sein: Es hörte nicht auf. Obwohl sich dies recht dramatisch anhört, war es doch eine Angelegenheit, die sich ganz im Stillen vollzog, eigentlich ohne jedes Aufhebens, als hätte der Heilige Franz in der ihm eigenen Bescheidenheit einen Segen erteilt.
Tourismus als Forschungsarbeit.
Nach ein oder zwei Stunden - was ist schon Zeit in dieser Anderswelt - verließen wir die Krypta und kehrten verwundert zurück ins Hier und Jetzt! Draußen auf dem Marktplatz zog rasch das Gewöhnliche wieder in uns ein, doch konnten wir uns bald darauf einigen, eine kleine Forschungsarbeit an diese Erfahrung anzuknüpfen:
* War das Erlebnis in der Krypta ein einmaliges Geschenk der Gnade oder jederzeit wiederholbar?
* Hat der Heilige Franz an mehreren Stätten solche Botschaften aus der Welt der Liebe hinterlassen oder nur in der Krypta?
* Welche Hinweise und Anregungen können wir aus seinem Leben entnehmen?
* Welche Lehre, welche Regeln hat er hinterlassen, und haben sie für uns Heutige noch eine Bedeutung?
Zunächst einmal konnten wir bereits bei unserem ersten Besuch beobachten, dass viele Menschen die Krypta betraten, womöglich auch den Altar umrundeten und den Ort schnell und scheinbar unbeeindruckt wieder verließen. Wenige andere jedoch blieben ähnlich wie wir lange still und versunken sitzen. Wir nehmen an, dass diejenigen, die die Krypta so eilig hinter sich lassen, den Schatz, der dort aufgetürmt ist, nicht wahrnehmen können. Sie laufen quasi mitten durch die Edelsteine hindurch und bemerken es gar nicht. Allerdings glauben wir, dass die innerste Seele dieser Menschen genauso berührt wurde wie die unsere.
Licht in der Einsamkeit
An den darauffolgenden Tagen richteten wir unsere Tagespläne darauf aus, die Krypta jeden Tag zu besuchen. Denn das Erlebnis war tatsächlich wiederholbar. Auch am zweiten und jedem folgenden Tag breitete sich der himmlische Friede in unseren Herzen aus, und wir wollten und konnten uns gar nicht mehr trennen von dem Ort, kamen immer wieder und blieben, bis wir wegen Schließung der Kirche höflich aber bestimmt hinausgeworfen wurden.
Unser lieber Freund Wolfgang, der uns in seinem wunderbaren einsamen Häuschen nördlich des Trasimener Sees Unterkunft gewährt hatte, berichtete von einem ähnlichen Erlebnis in der »kleinen Kapelle« in Santa Maria degli Angeli, wo Franz gestorben war. Eine andere Freundin hatte eine besondere meditative Stimmung in der Kirche San Demiano, wo Franz seine erste Vision empfangen hatte, erfahren.
Wir besuchten La Verna, das nördlich vom Trasimener See gelegene Franziskanerkloster, wo Franz die Wundmale in einer überwältigenden Lichterscheinung empfangen hatte. Wir mussten mit dem Auto lange über einsame, verschlungene Straßen die Berge des Appenin hochsteigen. Es regnete in Strömen, und das schmucklose, aus grauem Stein errichtete Kloster, das auf einer Felsanhöhe mitten im Wald errichtet war, wirkte fast unheimlich, vor allem wenn noch vereinzelt Blitze aus eisgrauen Wolken zuckten.
Eine Heiliger für alle Religionen
Hier, in diesem zeitlosen Gemäuern, bekam man mehr noch als in Assisi ein Gespür dafür, wie es zu Lebzeiten von Franz wirklich gewesen sein könnte. Er lief nicht zwischen Postkarten der Basilika San Francesco und Porzellan-Statuen seiner eigenen Person herum, wie sie heute das Stadtbild an seinem Geburtsort prägen. Damals gab es das alles noch nicht, den Rummel, die Touristen; es gab nur einfache Behausungen wie diese, wenige Gefährten und sein einsames Gespräch mit dem Schöpfer, in dem er um den richtigen Weg rang. In einer Waldhöhle konnte man das »Bett« des heiligen Franz besichtigen, einfach eine Steinplatte, ein unvorstellbarer Mangel an Komfort, selbst für Iso-Matten-verwöhnte Camper.
In der Kapelle der Stigmata, einem sehr schlichten kleinen Gebetshaus, war das Gefühl wieder da, dieses Eintauchen in einen Raum tiefen Friedens und umfassender Güte, das zugleich mit einem strömenden Gefühl im ganzen Körper verbunden war. An allen diesen Stätten des Heiligen Franz war es mehr oder weniger deutlich spürbar - dieser Anflug des »himmlischen Friedens«. Die Krypta jedoch blieb unübertrefflich im Ausmaß ihrer Strahlkraft.
Die Eremitage „Santa Maria delle carceri“, hoch über den Hügeln von Assisi gelegen, beeindruckte uns besonders als Ort der Weltreligionen. Hier finden regelmäßig Zusammenkünfte von Vertretern verschiedenster Glaubensbekenntnisse statt. Es gibt dort eine schöne Skulptur, die den Heiligen Franz inmitten eines Mandalas zeigt, in das die Zeichen der Weltreligionen eingeflochten sind.
Franz von Assisi - der pragmatische Mystiker
Wie wurde aus Francesco Bernardone der Heilige Franz von Assisi? Wir wissen, dass er als Sohn des Tuchhändlers Pietro di Bernardone und seiner französischen Mutter Pica im Jahr 1182 geboren wurde und in seiner Jugend der Anführer der gut situierten Jugend von Assisi war. Von 1198 bis 1200 nimmt er an den bewaffneten Konflikten des Bürgerkrieges teil, wird von den feindlichen Truppen gefangen genommen und bleibt ein Jahr in Kriegsgefangenschaft in Perugia. Er kommt verändert, krank und vielleicht verstört zurück.
Im Jahr 1205 zieht er nach Apulien, um zu kämpfen und Ritter zu werden, nach einem Traum jedoch verschenkt er seine Rüstung, küsst einen Aussätzigen und kehrt nach Assisi zurück. Bald darauf treten die ersten Visionen in sein Leben. Jesus selbst spricht zu ihm, die Holzfigur an einem Kruzifix von San Damiano wird lebendig und richtet eindeutige Worte an den jungen Franz: »Du sollst mein Haus wieder aufbauen!« In den Überlieferungen ist die Rede von einem überwältigenden Verzückungserlebnis während der Erscheinung, die Franz von nun an jedes Interesse an weltlichen Dingen verlieren lässt. Dass Franz jedoch dennoch Sinn für das Praktische behält, erkennt man unschwer daran, dass er die Worte Jesu zunächst ganz pragmatisch versteht: In den Jahren 1206 bis 1208 restauriert er mit seinen Händen und mit Hilfe von Mörtel und Backsteinen die baufälligen Kirchen von San Damiano, Santa Maria degli Angeli und San Pietro della Spina.
Er geht immer wieder in die Einsamkeit der Hügel Umbriens und findet bald Anhänger und Freunde, die sich ihm und seiner Lehre der Armut, der Keuschheit und des Gehorsams anschließen. Die Brüder machen sich jeweils zu zweit als Wanderprediger auf den Weg. 1209 bestätigt Papst Innozenz III. nach einem prophetischen Traum die ersten kurzen Ordensregeln. Die Brüder lassen sich in Portiuncula in der Nähe von Assissi nieder.
In den Jahren von 1212 bis 1219 unternimmt Franz ausgedehnte Missionsreisen, bei denen er sich zum Teil schwere Erkrankungen zuzieht. 1223 entwirft er eine neue Version der Regel für die nun mehr als fünftausend Brüder. Zu Weihnachten lässt Franz eine »lebende« Weihnachtskrippe in Greccio aufstellen und hält eine so inspirierende Ansprache, dass mehrere Besucher ein echtes, lichtstrahlendes Jesuskind in der Krippe liegen zu sehen meinen. 1224 fastet Franz vierzig Tage lang auf dem Berg La Verna und empfängt die Wundmale. 1225 erkrankt er wiederum schwer und verfasst den berühmten Sonnengesang. Am Abend des 3. Oktober 1226 stirbt er. Bereits am 16. Juli 1228 wird er von Papst Gregor IX. heilig gesprochen. Im Jahr 1230 werden seine sterblichen Überreste in die nach seinem Tod gebaute Basilika San Francesco überführt.
Was ist das besonders Inspirierende an diesem Lebenslauf? Die Zahlen, Daten und Fakten sind es nicht, mögen sie auch interessant sein und auf weltgeschichtliche Parallelen hindeuten wie das zeitgleiche Auftreten des Sufi-Mystikers Rumi (1207-1273) oder des legendären Zen-Meisters Dogen (1200-1253). Inspirierend sind die Geschichten und Legenden, die sich um den Heiligen ranken. Wie mag es gewesen sein, als er mit einem seiner Brüder unterwegs war, plötzlich kamen ungewöhnlich viele Vögel herbeigeflogen, und er predigte ihnen? Ob er nur den Vögeln allein predigte oder auch jenem Bruder, der so vielleicht erstmals verstand, was er zuvor noch nicht verstanden hatte? Indirekte Intervention sagt man heute dazu in der Seelenheilkunde.
Wie mag es für den Leprakranken gewesen sein, als einer kam und ihn, anstatt davonzulaufen und sich voller Ekel und Angst vor Ansteckung abzuwenden, in die Arme nahm, ihn wusch und küsste, sanft und voller Respekt? Wie mag es gewesen sein, als die junge und schöne Klara zu ihm kam und von ihrer großen Liebe zu Jesus sprach, die sie mit ihm teilen wollte? Tauchten da nicht beide ein in das Große Geheimnis, in das Mysterium der Ekstase, das vor allem in der Seele und im Geist stattfindet? Wir werden nie erfahren können, wie es sich angefühlt hat, selbst Franz von Assisi zu sein; aber einen Anflug des Friedens und der Seligkeit, die er oft in sich trug, durften wir erhaschen.
Armut, Keuschheit, Gehorsam - die missverstandenen Tugenden
Der Franziskaner-Orden ist vor allem wegen seiner Armuts-Regel in der Welt bekannt. Als wir die Krypta verließen, war auch unser Sinn auf Großzügigkeit und Teilen eingestellt und wir legten hübsche, bunte Scheine in die Spendenschatulle in der Annahme, dass unser Geld bei den Franziskanern in guten Händen sei. Später erfuhren wir, dass die katholische Kirche die Spendeneinnahmen der Basilika San Francesco verwaltet, da die Ordensleute selbst ja kein Geld annehmen dürfen. Diese Information holte uns unsanft zurück in die Wirklichkeit.
Armut als Wegweiser, als Heil-Anwendung auf dem Pfad der Seele zurück nach Hause? Armut bei Franz von Assisi könnte man als Antwort auf die Tendenz des menschlichen Gemüts verstehen, niemals genug zum Essen, zum Anziehen, niemals genug Möbel oder Wertpapiere oder Zahlen auf dem Bankkonto zu haben, immer mehr und noch mehr zu wollen. Als Antwort auf die Geistesgifte Gier, Neid und Begehren.
Keuschheit - oder besser Askese - als Antwort auf die Tendenz des menschlichen Gemüts, sich abhängig zu machen von der Qualität und Tiefe der Zuwendung des Partners. Franz hat den Körper einmal »Bruder Esel« genannt. Wenn man bedenkt, wie schwer es allein ist, dem Körper beizubringen, täglich Atemübungen zu machen oder sich gelegentlich auf Rohkost umzustellen und auf Alkohol zu verzichten, dann verstehen wir vielleicht den Ausdruck vom »Bruder Esel«. Kürzlich hörten wir eine schöne Definition des Wortes Askese von Johannes Galli: »Askese ist die Kunst, tief in Gefühle einzutauchen, ohne sich mit diesen Gefühlen zu identifizieren!«
Gehorsam als Wegweiser für die Seele? Von allen Anweisungen, die Franz seinen Brüdern gab, beziehen sich die weitaus meisten auf Fragen des Gehorsams. Franz verlangte nicht nur gewöhnlichen Gehorsam, sondern »Kadavergehorsam«. Das bedeutet, dass sich der Gehorchende benimmt, als wäre er bereits tot, ein Kadaver ohne eigenen Willen, ohne eigenes Denken, ohne irgendetwas Eigenes. Wem sollte ein solcher Gehorsam entgegengebracht werden? Natürlich nur dem Höchsten, Gott selbst, und Franz war ein gutes Beispiel dafür. Als Mystiker gab er auch jede Menge Hinweise, wie man denn die Stimme Gottes bzw. die Stimme des eigenen Innersten Wesens unterscheiden könne von weniger edlen Stimmen. Eine Übung, die in vielen spirituellen Traditionen empfohlen wird.
Die Sprache unserer Heimat
Ein Grundsatz ist vielleicht erwähnenswert: Dort wo es um den Dienst am Anderen geht, darum das Leid eines Wesens zu lindern, dort ist Gehorsam diesem Dienst gegenüber immer angesagt. Im »Gruß an die Tugenden« nennt Franz den Gehorsam die »Schwester der heiligen Herrin Liebe«, worin wieder seine große Ergebenheit zum Ausdruck kommt. Wie gefährlich diese Wegweisung sein kann, wissen wir hier alle, aber wissen wir auch, welche Abkürzung sie sein kann für eine Seele, die sich zurück nach Hause sehnt?
In vielem erinnert dieser Franz von Assissi an einen, der in Indien und Tibet ein Tantriker genannt wird. Seine vollständige Hingabe, seine ritterliche Bereitschaft »der Herrin der Liebe« zu dienen und nur ihr, seine Bereitschaft, so sehr mit seiner Gottheit Jesus zu verschmelzen, dass er sogar seine körperlichen Merkmale, die Wundmale annimmt. Manchmal hört man, Jesus selbst habe sich in diesem Franz von Assissi verkörpert. Die Botschaft der Liebe, die er in der Krypta hinterlassen hat, spricht ihre eigene Sprache. Gehorsam hat mit Hören auf diese Sprache zu tun, Askese mit Gefühlen innigster Liebe und Armut mit dem unendlichen Reichtum einer Seele, die ihren Weg nach Hause gefunden hat. Vielleicht ist es so einfach.
Wenn wir demnächst nach Jerusalem, nach Mexico reisen oder auf dem Jakobsweg wandern, werden wir aufmerksam horchen, ob ein Ort oder ein Baum oder ein Mensch oder ein Stern zu uns in dieser Sprache spricht, die uns nach Hause begleitet.
Monika Herz
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